Windkunstfestival „bewegter wind“

The answer is blowin’ in the wind“

Vom 13. bis 27. August 2023, Wolfhagen

Vaga­ram-Choud­ha­ry | Horizont-Gate

Am Sonn­tag den 13. August wur­de das inter­na­tio­nale Wind­kunst­fes­ti­val „beweg­ter wind“, das in die­sem Jahr zum elf­ten Mal statt­fin­det, in Wolf­ha­gen eröff­net. Wun­der­ba­re Land­schafts-Situa­tio­nen, herr­li­che Aus­bli­cke und viel­fäl­ti­ge Natur sind zusam­men mit Wind­kunst zu erleben.

Ausstellungseröffnung am Kramberg

Die Ver­bin­dung von Kunst und Natur ist immer ein unver­gleich­li­ches Erleb­nis. In der Out­door-Kunstausstel­lung „beweg­ter wind“, die Wer­ke von Künst­lern aus zehn ver­schie­de­nen Län­dern zeigt, lässt sich Kunst und Natur in per­fek­ter Har­mo­nie erle­ben. Wäh­rend man von einem Kunst­werk zum nächs­ten schlen­dert, kann man die umlie­gen­de Land­schaft in all ihrer Schön­heit bewundern und sich dabei über Kunst aus­tau­schen. Die Kura­to­rin Reta Rei­ni hat für die­ses Event mit Bedacht zwei außer­ge­wöhn­li­che Stand­or­te aus­ge­wählt, die jeweils ihre eige­ne, beein­dru­cken­de Atmo­sphä­re aus­strah­len und durch ihre ein­zig­ar­ti­gen Land­schafts­si­tua­ti­onen bestechen: Die ers­te Loca­ti­on, “Auf der Hardt” zwi­schen Wolf­ha­gen-Not­h­fel­den und Alten­ha­sun­gen, ist ein Para­dies vol­ler blü­hen­der Kräu­ter, der jeden Besu­cher ver­zau­bert; Die zwei­te Loca­ti­on, der Hel­fen­berg bei Wolf­ha­gen-Phil­ip­pi­nen­burg, besticht durch sei­ne uralten Hutebuchen.

Die Kura­to­rin Reta Reini

Ausstellungseröffnung am Kramberg

Wind­kunst setzt Wind als wesent­li­ches Mit­tel zur Gestal­tung ein. Die Kunst­wer­ke nut­zen Luft als künst­le­ri­sches Mit­tel, offen­ba­ren die unsicht­ba­re Kraft des Win­des, machen sie sicht­bar. Durch die Ver­bin­dung von Land­schaft, Wind und Kunst­werk ent­steht ein ein­zig­ar­ti­ges Werk, das alle Sin­ne anspricht. Die Aus­drucks­for­men der Wind­kunst sind viel­fäl­tig und rei­chen von beein­dru­cken­den Objek­ten und Skulp­tu­ren bis hin zu inno­va­ti­ven Installa­tio­nen und bewe­gen­den Per­for­man­ces. Diese Kunst­form ist somit äußerst viel­sei­tig und bie­tet Raum für krea­ti­ve Ent­fal­tung, ver­bin­det Natur und Krea­ti­vi­tät auf ein­zig­ar­ti­ge Wei­se und eröff­net dem Betrach­ter eine neue Per­spek­ti­ve auf die Welt um ihn her­um. Da sie in der Natur exis­tiert, unter­liegt sie einer Viel­zahl von Ein­flüssen, die sie stän­dig ver­än­dert und wei­ter­ent­wi­ckelt. Daher ist Wind­kunst nie voll­stän­dig fertig­ge­stellt, son­dern unter­lie­get einem kon­ti­nu­ier­li­chen Wan­del nach ihrer Ent­ste­hung. Wind­kunst ist flüch­tig und auf eine fas­zi­nie­ren­de Art stets wan­del­bar, unvoll­stän­dig und erleb­nis­reich, denn jeder Tag ist ein­zig­ar­tig und der Wind weht jeder­zeit neu und anders, wodurch Wind­kunst in ste­ti­ger Ver­än­de­rung begrif­fen ist.

Ausstellungseröffnung am Kramberg

Vom unge­stü­men Natur­phä­no­men über den Ener­gie­lie­fe­ran­ten bis hin zum glo­ba­len Sym­bol für Geist und Kom­mu­ni­ka­ti­on die Bedeu­tung des Win­des ist viel­schich­tig und tief­grün­dig. Im Aus­schrei­bungs­text hieß es:
Wind ist phy­si­ka­lisch die aus­glei­chen­de Strö­mung zwi­schen Hoch- und Tief­druck­ge­bie­ten. Meta­pho­risch weist die Strö­mung auf den wei­ten Raum und hin­ter den Hori­zont. Über Gren­zen hin­aus. Wei­te, Sehn­sucht und Per­spek­ti­ven in die­sen Kriegs­zei­ten. Win­de über Land­schaf­ten, Gedan­ken­wel­ten und dar­über hin­aus. Wei­ter als Zwei­feln, jen­seits von Rea­li­tä­ten, außer­halb von Schub­la­den­den­ken. Ambi­va­lenz zwi­schen Begren­zun­gen – ver­meint­li­cher Sicher­heit – und Frei­heit. Immer im Aus­tausch zwi­schen Hoch und Tief, nie ein­deu­tig eins…“

Eini­ge der teil­neh­men­den Künstler*Innen

Die Aus­stel­lung eröff­net eine Mög­lich­keit, nicht allein die Schön­heit der nord­hes­si­schen Land­schaft zu erfor­schen, son­dern sich auch dem The­ma zeit­ge­nös­si­scher Kunst zu wid­men. Der Wind ist ein Sym­bol der Frei­heit: Er kann sich bewe­gen, wann und wo er will, ohne Ein­schrän­kun­gen. Unter dem Mot­to “beyond…darüber hin­aus” soll die Aus­stel­lung das The­ma Hoff­nung in den Fokus rücken, indem sie die Gren­zen und Hin­der­nis­se the­ma­ti­siert und zeigt, wie man sie über­win­den kann.
Hoff­nung ist uni­ver­sell. Im Prin­zip hof­fen wir alle auf das­sel­be: Auf Sicher­heit, Frie­den, Frei­heit, Selbst­be­stim­mung, Lie­be und Aner­ken­nung. Sie treibt die Men­schen an, sich für eine Ver­än­de­rung hin zu einer huma­ne­ren Gesell­schaft ein­zu­set­zen und ist somit ein posi­ti­ver Motor, der mit Opti­mis­mus und Zuver­sicht ein­her­geht. Die Fül­le an krea­ti­ven Ideen und Kon­zep­ten des Wind­kunst­fes­ti­vals offen­bart die immense Band­brei­te span­nen­der Facet­ten, die das Wett­be­werbs­the­ma zu bie­ten hat.  Die Teilnehmer*Innen greifen auf unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven und Erfah­run­gen zurück und setz­ten sich mit The­men wie Unsi­cher­heit und Ent­wick­lung, Neu­an­fang und Ver­gäng­lich­keit auseinander.

Die Künstlerin Elke Wessel

Obwohl Wind unsicht­bar ist, hat er eine enor­me Kraft und kann über­all und jeder­zeit spür­bar sein. Als Sym­bol für Ver­än­de­rung, Bewe­gung, Rich­tung, Rei­se, Ent­span­nung, aber auch Zer­stö­rung hat der Wind sowohl posi­ti­ve als auch nega­ti­ve Inter­pre­ta­tio­nen. Im Lau­fe der Geschich­te hat die Mensch­heit jedoch gelernt, die­se Kraft zu nut­zen und den Wind zu einer erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­le zu machen. Dies zeigt, dass wir ler­nen kön­nen, mit der Natur zu arbei­ten und nicht gegen sie. Der Wind ist eine erstaun­li­che Kraft, die uns dar­an erin­nert, dass wir Teil eines grö­ße­ren Öko­sys­tems sind und dass wir unse­re Tech­no­lo­gie nut­zen kön­nen, um eine nach­hal­ti­ge­re Zukunft zu gestalten.

[ Von Son­ja Rosettini ]

Impressionen

[ © Fotos: Kai Frommann ]

Das Wind­kunst­fes­ti­val ist noch bis zum 27. August täg­lich zugäng­lich und offen für Besu­cher. Am 20.08.2023 erwar­tet die Gäs­te eine beson­de­re Attrak­ti­on: Per­for­man­ces, die sie sich nicht ent­ge­hen las­sen soll­ten. Die Aus­stel­lungs­or­te sind leicht erkenn­bar und mit blau­en Bän­dern gekenn­zeich­net. Bei den Exkur­sio­nen ist es emp­feh­lens­wert, geeig­ne­tes Schuh­werk zu tra­gen. Das Wind­kunst­fes­ti­val endet am 27.08.23 mit der Preis­ver­lei­hung um 17.00 Uhr am Helfenberg.

https://www.bewegter-wind.de/

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