Kennen Sie Bode?

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Am Anfang war… 

… Arnold Bode

Wie kann man einen Men­schen wür­di­gen, wie soll man sich einem Maler, Desi­gner, Hoch­schul­leh­rer, Kura­tor und Aus­stel­lungs­ma­cher nähern, der in all die­sen Metiers äußerst pro­duk­tiv war, des­sen Leis­tung aber auch dar­in bestand, dass er pau­sen­los neue Ideen hat­te, mit denen er sich und sein Umfeld in eine stän­di­ge krea­ti­ve Unru­he ver­setz­te, die alle in Atem hielt. Mit einem über­wäl­ti­gen­dem dau­er­haf­ten Erfolg, denn ohne Arnold Bode wür­de Kas­sel auf der Welt­kar­te der Kunst kei­nen Platz haben.

Fällt in Kas­sel der Name Arnold Bode, so asso­zi­ie­ren die meis­ten Men­schen damit „den Grün­der der docu­men­ta“. Es gibt die arnold bode schu­le, eine Arnold-Bode-Stra­ße, die Arnold-Bode-Stif­tung, den Arnold Bode Preis. Doch die Spreng­kraft sei­ner Ideen, lässt sich damit nicht ermessen.

Die Basis, auf der die ers­te docu­men­ta 1955 her­an­reif­te, wur­de bereits ein Vier­tel­jahr­hun­dert zuvor gelegt. Schon im Alter von 22 Jah­ren war der Künstler/Zeichner Arnold Bode an wich­ti­gen Aus­stel­lun­gen in der Oran­ge­rie betei­ligt, in der Fol­ge auch in den Jah­ren 1925, 1927 und 1929. Dank der über­re­gio­nal Beach­tung die­ser Kunst­schau­en war sein Weg zu einem renom­mier­ten Maler vor­ge­zeich­net.
Doch für ihn hat­te etwas ganz Ande­res viel grö­ße­re Bedeu­tung: Im Rah­men die­ser Aus­stel­lun­gen lern­te er Künst­ler ken­nen, mit denen er sich in Gesprä­chen dar­über aus­tausch­te, wie man eine Aus­stel­lung zeit­ge­nös­si­scher Kunst eigent­lich orga­ni­sie­ren soll­te. Gut zwei Dut­zend die­ser ehe­ma­li­gen Weg­ge­fähr­ten waren denn auch 1955 in der ers­ten docu­men­ta zu sehen, mit der Arnold Bode den Besu­chern vor allem die Arbei­ten der­je­ni­gen Künst­ler nahe­brin­gen woll­te, die wäh­rend der NS-Zeit unter der Bezeich­nung “Ent­ar­te­te Kunst” in Deutsch­land ver­femt waren. Daher stand die Abs­trak­te Kunst, ins­be­son­de­re die Abs­trak­te Male­rei der 1920er und 1930er Jah­re im Mit­tel­punkt der ers­ten Aus­stel­lung in der Rui­ne des zer­stör­ten Muse­ums Fri­de­ri­cia­num am Friedrichsplatz.

Typisch: Die ers­te docu­men­ta war weder bereits durch­ge­plant noch finan­ziert, da dach­te Arnold Bode, dem Zeit­ge­nos­sen nach­sag­ten, dass er eben­so quir­lig wie schus­se­lig war und der des­halb stets ein Bün­del von Noti­zen mit sich her­um­trug, schon dar­über nach, die Aus­stel­lung im Vier-Jah­res- Rhyth­mus zu wie­der­ho­len. Ein Macher, der den Glau­ben an Uto­pien auch über die Kriegs­wir­ren hin­weg nicht ver­lo­ren hat­te und fort­an der Büro­kra­tie sei­ne Visio­nen ent­ge­gen­setz­te und sei­ne Träu­me Rea­li­tät wer­den ließ.
Nun braucht jeder Kura­tor Visio­nen, um lee­re Hal­len und Räu­me so zu bestü­cken, dass ein Kunst­er­leb­nis dar­in zu einem Aben­teu­er mit nach­hal­ti­gen Wir­kun­gen wird. Und Arnold Bode hat­te außer die­sen Visio­nen die gro­ße Gabe, für die Kunst auch Räu­me und Wel­ten zu ent­de­cken, in denen Wer­ke eine völ­lig neue Bedeu­tung gewin­nen konn­ten.
Par­al­lel zu den ers­ten bei­den docu­men­ten nahm Bodes Kar­rie­re als Desi­gner Fahrt auf, doch das war ihm nicht genug. Denn mit den Aus­stel­lun­gen hat­te er sich zum Über­künst­ler gemacht, der die Arbei­ten ande­rer ord­nen, arran­gie­ren und prä­sen­tie­ren konn­te. Die­se Insze­nie­rung einer Aus­stel­lung mach­te er zu einer eigen­stän­di­gen Kunst­form mit aller­größ­ten Respekt vor „sei­nen“ Künstlern.

Vor die­sem Hin­ter­grund ist es eigent­lich erstaun­lich, dass die Kas­se­ler Kunst­hoch­schu­le der Uni­ver­si­tät — sie hieß sei­ner­zeit noch Kunst­aka­de­mie — noch nicht nach einem ihrer bedeu­tends­ten Absol­ven­ten und Leh­ren­den — umbe­nannt wurde.

Sei­ne Lebens­phi­lo­so­phie, bereits das Nächs­te zu for­dern, wenn man das Eine gera­de erst erhal­ten hat, setz­te Bode auch fort, nach­dem ab der d4 1968 sein Ein­fluss auf die docu­men­ta gerin­ger wur­de. Jetzt waren es stadt­pla­ne­ri­sche Visio­nen, die er umset­zen woll­te, ins­be­son­de­re den Her­ku­les und das Okto­gon betref­fend, nebst einer umge­kehr­ten Licht­py­ra­mi­de, die er dem pyra­mi­da­len Denk­mal hoch über der Stadt ent­ge­gen­set­zen woll­te. Es war sei­ne letz­te auf­re­gen­de Visi­on. Arnold Bode, der neben sei­ner Genia­li­tät das Glück hat­te, der rich­ti­ge Mann am rich­ti­gen Ort zur rich­ti­gen Zeit gewe­sen zu sein, starb im Alter von 77 Jah­ren am 3. Okto­ber 1977 in sei­ner Hei­mat­stadt, die sein Ver­mächt­nis u.a. mit dem Titel ‚docu­men­ta-Stadt‘ unter dem Orts­na­men ehrt.

Hole Anzug schon morgen
früh um acht“,

tele­gra­fier­te ein Stamm­kun­de an die Maß­schnei­de­rei Ste­phan & Mang­ler in Kas­sel, Stän­de­platz 9. Und ihre Inha­ber, zwei älte­re Her­ren, hiel­ten den bestell­ten Drei­tei­ler auch pünkt­lich bereit – nebst einer erns­ten Ermah­nung. „Erschre­cken Sie uns nie wie­der mit einem Tele­gramm“, beschwo­ren sie den Abho­ler: „Wir muss­ten ja anneh­men, es gin­ge um 

Leben oder Tod.”

Der unge­dul­di­ge Kun­de war der Kas­se­ler Maler Arnold Bode (1900–1977), Pro­fes­sor an der Werk­aka­de­mie und Erfin­der der docu­men­ta. Wie­der ein­mal hat­te ein Mit­tel gewirkt, das der aler­te Künst­ler damals – am Anfang der sech­zi­ger Jah­re – rou­ti­niert ein­setz­te, wenn es dar­auf ankam, Adres­sa­ten zu beein­dru­cken. Tele­gram­me gal­ten als teu­er und waren dar­um meist wich­ti­gen Mit­tei­lun­gen vor­be­hal­ten. Und so gese­hen ist die Ver­mu­tung gestat­tet, dass Bode sei­ne Gar­de­ro­be wich­tig nahm – und das nicht nur an die­sem Morgen.

Selbst­por­trät Arnold Bode von Flo­ris M. Neusüss
Das Foto ent­stand 1972 im Rah­men eines Pro­jekts der Kunst-
hoch­schu­le Kas­sel, initi­iert von Flo­ris M. Neusüss, Rena­te Hey­ne und Wolf­gang Pfaffe.

»Das bin ich.«

Der Mensch Bode

»Widerstand zwecklos«

165 cm
„Bode war von unter­setz­ter Gestalt, nur einsfünfundsechzig groß. Die­ser klei­ne, immer etwas unor­dent­lich wir­ken­de rast­lo­se Mann erschien mir in all den Jah­ren, da wir ein­an­der per­sön­lich begeg­ne­ten, mit all sei­nen Feh­lern und Schwä­chen ein Bei­spiel für das,was mensch­li­che Grö­ße in unse­rer Welt bedeu­ten kann. …“
(Alfred Neme­c­zek)

Mit dunk­ler Bril­le
„Wenn ich aus der Erin­ne­rung das Bild Arnold Bodes zeich­nen soll, so steht ein klei­ner Mann vor mir mit dunk­ler Bril­le und quer über die Stirn gekämm­tem Haar, wuse­lig, fast zap­pe­lig in sei­nen Bewe­gun­gen, schus­se­lig mit sei­nen Packen von Papier, Noti­zen, Skiz­zen, Entwürfen han­tie­rend, von Ideen rast­los umge­trie­ben, alles ande­re als ein Würdenträger oder eine Per­son, die nur auf Grund ihres Amtes unse­ren Respekt erheischt.“
(Wie­land Schmied)

Mit dem Her­zen
„Er sprach mit dem Her­zen, was er sag­te, war glaub­haft und wahr­haf­tig. Und er sag­te oft „wir“. Das war kein gebie­ten­der, kein ver­ein­nah­men­der Plu­ra­lis Maje­s­ta­tis, son­dern ein ein­neh­men­des, ein­be­zie­hen­des, ein ernst­ge­mein­tes Wir. Bode war nie ich­be­zo­gen, war gänz­lich unei­tel, nie recht­ha­be­risch, aber davon überzeugt, dass, wenn er selbst von einer Sache überzeugt war, und die Sache hieß ja zumeist Kunst, dass ande­re glei­cher­ma­ßen davon überzeugt sein müssten. …“
(Hei­ner Georsdorf)

Visio­nen
„Bode war ein Mann der Tat und des Instinkts, alles ande­re als ein Theo­re­ti­ker oder Sys­te­ma­ti­ker, visu­ell den­kend in künstlerischen Kate­go­rien und nicht in Begrif­fen zu Hau­se.“
(Wie­land Schmied)

Unru­he­stif­ter
„Bode … erreich­te Zie­le, indem er über sie hin­aus­ging. Er war der gebo­re­ne Unru­he­stif­ter, wozu auch gehör­te, dass er Nie­der­la­gen schnell und rest­los aus sei­nem Bewusst­sein tilg­te. Das war sei­ne Lebens­list, sei­ne über­le­bens­list. Er begann immer wie­der von vor­ne, mit einer neu­en Idee im Kopf, mit einem neu­en Pro­jekt.“
(Lothar Orz­echow­ski)

Sei­nen gültigsten Aus­druck fand Bodes lebens­lan­ger Kampf für
„die zwei­te Ord­nung der Dinge“.

Der „poe­ti­sche Raum“
„Er spürte in sich so etwas wie einen poe­ti­schen Reso­nanz­raum, in dem sich die Kunst ent­fal­ten konn­te und ihn zu all­dem beflügelte, was er in sei­nem Leben unter­nom­men hat. Die­sen Raum, der, so mein­te er, eigent­lich allen Men­schen gemein­sam sein muss­te, woll­te er mit Hil­fe der Kunst­wer­ke und ihrer Insze­nie­rung visu­ell anschau­lich machen und damit die Ein­sicht ver­mit­teln, dass jeder von uns in die­sen Raum ein­tre­ten und ihm ange­hö­ren konn­te.“
(Wie­land Schmied)

Mar­lou Bode und Gast­ge­ber-Qua­li­tät
Arnold Bode hat­te das gro­ße Glück in der aus dem Elsaß stam­men­den, acht Jah­re jüngeren quir­li­gen Mar­lou die idea­le ver­ständ­nis­vol­le Lebens­ge­fähr­tin zu fin­den. Mar­lou Bode trug mit ihren Kochkünsten ent­schei­dend zu Bodes Gast­ge­ber-Qua­li­tät bei. Mit ihrer exzel­len­ten Koch­kunst begeis­ter­te sie jeden Gour­met. Dabei war Mar­lou Bode aber nicht nur auf Kochkünste zu redu­zie­ren. Sie war ein eben­so kom­mu­ni­ka­ti­ver Mensch wie Arnold Bode und kam ohne Umschwei­fe zum Punkt.

Stil­fra­gen
Natürlich hat­te Bode auch sei­ne Marot­ten, von denen Mar­lou Bode berich­tet:
„Unter der Uni­form trug er im Krieg sei­de­ne Hemden.“

Eröff­nungs­fei­er der Aus­stel­lung „Zum Fünfundsiebzigsten Geburts­tag von Arnold Bode“, Kas­se­ler Kunst­ver­ein, 1975

Bürokratie
„Für Bürokratie hat­te er nichts übrig, sie hat er, wenn nicht gehasst, dann gründlich igno­riert als ein Übel, von des­sen Not­wen­dig­keit ihn nichts überzeugen konn­te.“
(Wie­land Schmied)

Geld­sor­gen
„Er war nicht geld­gie­rig, träum­te aber bis­wei­len von einem Aus­gleich für Opfer, die er für sei­ne docu­men­ta gebracht hat­te.“
(Alfred Neme­c­zek)

Zeit sei­nes Lebens plag­ten Arnold Bode und sei­ne Fami­lie Geld­sor­gen. Zur docu­men­ta III woll­te man ihn sogar per­sön­lich für das Defi­zit haft­bar machen. … Erst heu­te, im Zeit­al­ter der Glo­ba­li­sie­rung und einer Neu­be­wer­tung der soge­nann­ten „wei­chen Stand­ort­fak­to­ren“, wird deut­lich, welch’unbezahlbares Geschenk er sei­ner Stadt Kas­sel gemacht hat. Da wirkt es gera­de­zu absurd, wenn die­je­ni­gen, die ihn per­sön­lich kann­ten, anek­do­ten­reich von der gro­ßen mate­ri­el­len Not berich­ten, die ihn zeit­le­bens beglei­tet hat. Das ver­pflich­tet, sorg­fäl­tig mit sei­nem Erbe umzu­ge­hen.“
 

Dass man ihm in den sieb­zi­ger Jah­ren sein Instru­ment docu­men­ta mehr und mehr ent­wun­den hat, ging Bode an den Lebens­nerv. Das Alter begann sein Recht zu for­dern. Wäh­rend der docu­men­ta 6 lie­fer­te man ihn ins Kran­ken­haus ein, was ihn trotz nach­las­sen­der Kräf­te bis zuletzt nicht hin­der­te, wei­te­re Plä­ne für die Zukunft zu schmieden.

Mar­lou Bode berich­te­te in einem Gespräch mit Lothar Orz­echow­ski, dass Joseph Beuys zu sei­nen letz­ten Besu­chern gehört hat. Da habe Arnold Bode wohl schon gar nicht mehr gespro­chen. Doch Beuys bezeug­te, sie hät­ten „ein lan­ges und tie­fes Gespräch“ gehabt. Ein Gespräch wohl von der Art, dür­fen wir ergän­zen, wie es nur Men­schen füh­ren kön­nen, die in jenem poe­ti­schen Raum zu Hau­se sind, von dem Arnold Bode uns Kennt­nis gege­ben hat.”

(Prof. Dr. Wie­land Schmied)
Text­aus­zug aus der Lau­da­tio von Wie­land Schmied
aus Anlass der Fei­er zu sei­nem 100. Geburts­tag
Kas­sel, 15. Dezem­ber 2000, docu­men­ta Halle

Der kleine Meister“,

wie sei­ne Stu­den­ten ihn lie­be­voll nann­ten, war von unter­setz­ter Gestalt und nur eins­fünf­und­sech­zig groß, hat­te also nicht unbe­dingt eine gän­gi­ge Kon­fek­ti­ons­fi­gur. Schon des­halb lag Maß­an­fer­ti­gung nahe, und Bode nutz­te sie lust­voll auch zur Aus­wahl wei­cher Woll- und matt­glän­zen­der Sei­den­stof­fe für sei­ne gedeck­ten Ein­rei­her mit Wes­te. Er sah dar­in kei­nes­wegs aus „wie frisch aus dem Ei gepellt“ , son­dern war so unauf­fäl­lig geklei­det, dass es Ken­nern prompt auf­fal­len muss­te. Auf Rei­sen in sei­nem flam­boy­an­ten Citro­ën ID 19 trug er eng­li­sche Kasch­mir-Jacken mit Hah­nen­tritt-Des­sin, auch schon mal eine beige Wind­blu­se aus gech­intz­ter Baum­wol­le und dazu immer eine Art Bas­ken­müt­ze mit ein­ge­ar­bei­te­tem Schild der Mar­ke Kan­gool. Zum dun­kel­blau­en Stadt­man­tel — Raglan­schnitt, ver­deck­te Knopf­leis­te – gehör­te hin­ge­gen ein Borsalino.

Apropos Weste.

Für fest­li­che Anläs­se besaß Arnold Bode ein Modell, des­sen mat­te Weiß­gold­knöp­fe aus der Werk­statt sei­ner Toch­ter, der Bild­haue­rin Nele, stamm­ten – eben­so wie die als Schicht­re­li­ef gear­bei­te­ten Man­schet­ten­knöp­fe. Der Mann leg­te auf sein Out­fit schon ver­dammt viel Wert, lässt sich behaup­ten. Hat­te er auch Stil?

Gut ange­zo­gen ist ja auch der Dan­dy, ein Typ aus dem Pan­op­ti­kum der Gecken, mit dem Bode aber auch gar nichts gemein­sam hat­te. Und Stil war sei­ner­zeit auch noch nicht zum Life­Style ver­kom­men, den einer sich umhängt wie eine Pele­ri­ne. Wer Bode Stil beschei­nigt, beschei­nigt ihm zugleich Hal­tung in einem heu­te womög­lich alt­mo­disch anmu­ten­den Sinn. »Le style c‘est l‘homme«, die­se Defi­ni­ti­on des fran­zö­si­schen Natur­for­schers Geor­ges Lou­is Leclerc Buf­fon (1707–1788), war mehr als nur ein geflü­gel­tes Wort aus dem Zita­ten­le­xi­kon. „Der Stil, das ist der Mensch (selbst)“ – in die­ser Fest­stel­lung steck­te zugleich ein mora­li­scher Impe­ra­tiv. Stil zeig­te sich mit jeder Ges­te — oder man hat­te halt kei­nen. Stil setz­te ein Sys­tem vor­aus, dem man sei­ne gan­ze Exis­tenz unter­wor­fen hatte.

Im Fall von Arnold Bode hieß das Sys­tem „die zwei­te Ord­nung der Din­ge“ . Die galt es her­zu­stel­len, und somit war auch das Fein­bild klar: die all­seits gras­sie­ren­de Unord­nung.
Bode fiel es schwer, eine Aus­stel­lung zu ertra­gen, die er nicht sel­ber ein­ge­rich­tet hat­te. Und das nicht aus Arro­ganz, son­dern weil er mit bes­se­rer Ein­sicht gera­de­zu geschla­gen war. Wie ein Musi­ker mit abso­lu­tem Gehör, dem jeder Miss­ton weh­tut, reagier­te Bodes abso­lu­ter Blick auf die visu­el­len Defi­zi­te sei­ner Umwelt. Er spür­te Cha­os in schein­bar wohl­ge­ord­ne­ten Muse­en, Gale­rien, Skulp­tu­ren­parks und beson­ders in den Ate­liers sei­ner Stu­den­ten: „Malt mir die Türen schwarz“ , ver­lang­te er, „weißt die Wän­de, räumt das Ate­lier auf, oder ich kom­me nicht zur Kor­rek­tur eurer Bil­der.“ Das Sekre­ta­ri­at sei­ner docu­men­ta 3 (1964), eine ehe­ma­li­ge Arzt­pra­xis in der Fünf­fens­ter­stra­ße 8, hat er aus Pro­test gegen die zu win­zi­gen Räu­me und das spie­ßi­ge, vom Geschäfts­füh­rer aus Spar­sam­keits­grün­den über­nom­me­ne Mobi­li­ar des Vor­mie­ters jah­re­lang zu kei­ner Sit­zung betre­ten.
Das auch intel­li­gen­ten Zeit­ge­nos­sen ver­lo­ren gegan­ge­ne Gefühl für Form und Pro­por­ti­on schmerz­te Bode auf Indus­trie­mes­sen und beim Gang durch die unsen­si­bel wie­der­auf­ge­bau­te Innen­stadt von Kas­sel, deren Kul­tur­zo­ne er unge­fragt immer wie­der umplan­te. Sogar beim Durch­blät­tern der Tages­zei­tung wur­de er böse. Der typo­gra­fi­sche Wirr­warr des Kas­se­ler Lokal­blatts war ihm der­art ver­hasst, dass er den Ver­le­ger der „Hes­si­schen All­ge­mei­nen“ so lan­ge nerv­te, bis Paul Die­richs den Kas­se­ler Gra­fi­ker Karl Oskar Bla­se tat­säch­lich eines Tages mit der Rund­erneue­rung des Lay­outs beauf­trag­te. Eine Wohl­tat, die lei­der längst wie­der abge­schafft ist.

Sei­nen gül­tigs­ten Aus­druck fand Bodes lebens­lan­ger Kampf für „die zwei­te Ord­nung der Din­ge“ in den vie­len Aus­stel­lun­gen, die er zu einer Zeit insze­nier­te, als das „Insze­nie­ren“ von Kunst auf der inter­na­tio­na­len Sze­ne noch als Sakri­leg galt. Bei sei­ner ers­ten docu­men­ta im Jahr 1955 gelan­gen ihm im zer­bomb­ten, nur pro­vi­so­risch her­ge­rich­te­ten Muse­um Fri­de­ri­cia­num gera­de­zu magi­sche Räu­me. „Wun­der­ba­re Klar­heit und fest­li­che, fast tem­pel­haf­te Samm­lung und Stil­le“ , kon­sta­tier­te Fried­rich Her­bordt, Kas­se­ler docu­men­ta-Kri­ti­ker der ers­ten Stun­de. Bode glaub­te an eine Wech­sel­be­zie­hung von Kunst­werk und Raum, die kei­nen Kom­pro­miss erlaub­te. Nur das in einer Schau an sei­nem ein­zig mög­li­chen, opti­ma­len Ort plat­zier­te Werk sti­mu­lier­te näm­lich beim Betrach­ter ein „visu­el­les Begrei­fen“ , das dem rein intel­lek­tu­el­len Begrei­fen über­le­gen war.

Mal­te Bode also „mit den Wer­ken ande­rer Maler„, wie ein Künst­ler­kol­le­ge mein­te? Man­fred Schne­cken­bur­ger, Kura­tor der docu­men­ta-Aus­stel­lun­gen 6 und 8, wider­sprach: „Sei­ne Insze­nie­rung ziel­te auf kein Gesamt­kunst­werk, son­dern auf den bes­se­ren, direk­te­ren Zugang zur Kunst.“ Und der Kri­ti­ker Peter M. Bode ging noch wei­ter: „Mein Vater glaub­te an die Ver­bes­se­rung der Zustän­de durch ästhe­ti­sche Eingriffe.“

Von Bodes Stil, der wohl­tu­en­de Klar­heit mit Über­wäl­ti­gung ver­band, waren die Raum­kon­zep­te der ers­ten drei docu­men­ta-Fol­gen geprägt. Und in jenen Jah­ren (von 1955 bis 1965) wur­den sei­ne Woh­nun­gen – erst in der Weyrauch‑, dann in der Lin­den­stra­ße – zum Open House für inter­na­tio­na­le Muse­umdi­rek­to­ren, Gale­ris­ten, Jour­na­lis­ten und die pro­mi­nen­tes­ten Künst­le­rin­nen und Künst­ler der west­li­chen Welt. Sie besuch­ten dort den Mr. docu­men­ta und erleb­ten eine Gast­lich­keit, deren Nobles­se weder etwas Groß­bür­ger­li­ches an sich hat­te noch den lei­ses­ten Hauch von Bohe­me. Aber alles war auf der Höhe der Zeit, und alles stimmte. .

Zwei inein­an­der­ge­hen­de Räu­me von eher beschei­de­nen Abmes­sun­gen lie­ßen das Tages­licht nur durch vor­ge­spann­te Fil­ter­fo­li­en her­ein. Eines der Fens­ter war zudem Vitri­ne, auf deren Glas­bor­den sich Klein­plas­ti­ken von Nele und Hen­ry Moo­re, aber auch Mul­ti­ples, gerahm­te Zeich­nun­gen und römi­sche Glä­ser im Gegen­licht zu einem kul­ti­vier­ten bric-à-brac for­mier­ten, wie Bodes Ehe­frau Mar­lou die­sen Mix genannt hät­te. Sie stamm­te aus dem Elsass und deck­te den (natür­lich von Bode ent­wor­fe­nen) Tisch mit dem schwar­zen Por­zel­lan, das der fin­ni­sche Desi­gner Tapio Wirkka­la soeben für die Fir­ma Rosen­thal ent­wor­fen hat­te. Bode gehör­te lan­ge zu den Rosenthal-„Studiohaus“-Beratern. Glück­li­cher­wei­se bewahr­te Mar­lou Bodes Her­kunft die Gäs­te vor so berüch­tig­ten Kas­se­ler „Schme­cke-wöh­ler­chen“ wie Wecke­werk – ihre exzel­len­te Koch­kunst kom­bi­nier­te fran­zö­si­sche mit ita­lie­ni­scher Küche und begeis­ter­te Gourmets.

Abends fiel durch Leucht­röh­ren hin­ter den Fens­ter­fo­li­en indi­rek­tes Licht ein, das durch Decken- und Sta­tiv­strah­ler in Becherfas­sun­gen gemil­dert wur­de. Getrun­ken wur­de abwech­selnd Fran­ken­wein und Mine­ral­was­ser der Mar­ke San Pel­le­gri­no; als Diges­tif kam fast nur Arma­gnac der Mar­ke Jean­neau in Fra­ge, der in volu­mi­nö­sen Schwen­kern ser­viert wur­de. Weder Bode noch sei­ne Frau wären je auf die Idee gekom­men, das Gespräch unter den Gäs­ten mit Klas­sik aus ihrer Braun-Anla­ge zu unter­ma­len, wie es dazu­mal Brauch war.

Mar­lou und Arnold Bode, kein Zwei­fel, hat­ten Stil, und gewiss hat­te der Pro­fes­sor auch Marot­ten. Eine gab die Wit­we in einem Inter­view preis: „Unter der Uni­form trug er im Krieg sei­de­ne Hem­den.„ In Knei­pen saß er noto­risch mit dem Rücken zur Wand – „alte Höh­len­men­ta­li­tät„, wie er sag­te. Und wenn er im Café Däche am Rat­haus das sen­sa­tio­nel­le Pra­ger Schnit­zel bestell­te, befrei­te er es auf der Stel­le von sei­ner unüber­treff­li­chen Pilz-Speck-Kräu­ter-Sah­ne-Sau­ce, um das Fleisch pur zu genießen.

Als stil­los anzu­krei­den wäre ihm der auto­ri­tä­re Gebrauch des Medi­ums Tele­gramm. Doch die wenigs­ten die­ser oft sei­ten­lan­gen Depe­schen betra­fen Peti­tes­sen wie sei­ne nach Maß geschnei­der­te Klei­dung. „Ihm ging es„, bezeug­te sei­ne Frau, „immer um die Sache. Was er für rich­tig hielt, woll­te er durch­set­zen, aber Selbst­be­spie­ge­lung war ihm fremd. In die­ser Hin­sicht war er der unei­tels­te Mensch, den ich kannte.„

[Alfred Neme­c­zek]
Bio­gra­fie Arnold Bode

Alfred Neme­c­zek, von 1967 bis 1998 Kul­tur­re­dak­teur der Maga­zi­ne „Spie­gel“, „Stern“ und „art“, stammt aus Kas­sel und lebt als frei­er Autor in Ham­burg. Sein jüngs­tes Buch – Titel: „docu­men­ta“ (Euro­päi­sche Ver­lags­an­stalt, Ham­burg) – ana­ly­siert Geschich­te und Pro­ble­ma­tik der Kas­se­ler Welt­kunst-Schau, deren Pres­se­spre­cher er wäh­rend der docu­men­ta 3 (1964) gewe­sen ist.

Der Mensch – Arnold Bode
Timeline

Arnold Bode in den 20er Jah­ren auf dem Friedrichsplatz

1900
Am 23. Dezem­ber in Kas­sel gebo­ren. Mei­ne Eltern kom­men „vom Land“, vom Eichsfeld: Johan­na und Nicolaus.
1900
1907
Volks­schu­le
1907
1911
Gym­na­si­um – früher: Ober­re­al­schu­le II
1911
1919
Kunst­aka­de­mie in Kas­sel. Stu­di­um: Male­rei und Gra­fik. Leh­rer: Kurt Wit­te und Ewald Dülberg.
1919
1924
Staatsprüfung: „Zei­chen­leh­rer“
1924
1925
Ber­lin: male und zeich­ne in den Muse­en. Paris und Ban­dol, Südfrankreich. Gründung: „Kas­se­ler Seze­si­on“ und Grup­pe „die Fünf“. Aus­stel­lun­gen in der Oran­ge­rie Kas­sel, mit­or­ga­ni­siert und aus­ge­stellt: 1922–1925–1927.
1925

In Fest­lau­ne: Bode mit sei­nen „Mal­freun­den“ Karl Döbel
(links) und Karl Ley­hau­sen (rechts), Foto­au­to­mat, um 1925

1926
Ate­lier im Haus der Eltern gebaut. „Frei­er Maler und Zeich­ner“. Geld­ver­die­nen: eine pri­va­te Malschule.
1926
1929
Mit­glied der SPD
1929
1930
Hei­rat: Marie-Loui­se; Mar­lou, geb. im Elsaß 1908. Nach Ber­lin – von Kas­sel fort – ! Beru­fung an das Städ­ti­sche Werk­leh­rer-Semi­nar. Dozent: Vor­leh­re Flä­che – Raum – Far­be – schwarz-weiß.
1930
1931
Stell­ver­tre­ten­der Direk­tor. Woh­nung am Gru­ne­wald: Onkel Toms Hütte.
1931
1932
Eva Renée Nele geboren.
1932
1933
Die Wei­ma­rer Repu­blik geht zu Ende. Janu­ar: es kom­men die Natio­nal-Sozia­lis­ten, „die Nazis“. 1. Mai: ent­las­sen, „vor die Tür gesetzt“. Mei­ne Bil­der zer­stört, Berufsverbot!
1933
1934
Im „Dun­keln“, Wider­stands­kämp­fer. Ber­lin auf­ge­ge­ben, zurück: „Ab nach Kas­sel“. Eltern hel­fen: Woh­nen, Essen und klei­nes Geld. Har­te Jah­re, Zwangs­pau­se! Gemalt, gezeich­net, Mit­ar­beit im Architekturbüro: Entwürfe – Räu­me, Möbel, Aus­stel­lungs­ar­chi­tek­tur. Unter ande­rem Namen ver­kauft. Und war­ten auf was – was erwarten?
1934
1937
Rei­se nach Paris. Guer­ni­ca von Picas­so im Bar­ce­lo­na-Pavil­lon auf der Welt­aus­stel­lung: Ein Signal für alle Widerstandskämpfer!
1937
1939
August: Rei­se nach Genf – „Der Pra­do stellt aus“. Ende August: Kriegs­er­klä­rung, Stel­lungs­be­fehl. Das „Sol­da­ten­spie­len“ beginnt: brau­che nicht zu schie­ßen – baue „Sol­da­ten­hei­me“…!
1939
1945
Vor­marsch in die Arden­nen. Zurückgeschlagen – Flucht über den Rhein – an Kas­sel vor­bei bis nach Leip­zig – da ste­hen die Rus­sen: mar­schie­ren nach Süden, nach Salz­burg. Mai: Der Krieg ist zu Ende. Deutsch­land zer­schla­gen. Die „Nazi-Ver­bre­cher“ sind ver­nich­tet! Im Gefan­ge­nen­la­ger bei Titt­mo­ning. Lan­ger Fuß­marsch zurück – mit gro­ßer Freu­de: „Ab nach Kas­sel“. Fin­de mei­ne Fami­lie – leben in einer Bra­cke in Gre­ben­stein – die Mar­lou die Nele, 12 Jah­re der Peter, 7 Jah­re – 1937 in Kas­sel gebo­ren Demo­kra­ti­scher Neu­be­ginn: West­deutsch­land beginnt sich zu formen!
1945
1946
Noch hun­gern – wovon leben? Was arbeiten?
1946
1947
Nach­den­ken – was erwarten?
1947
1948
Die 1932 geschlos­se­ne Kas­se­ler Kunst­aka­de­mie neu gründen! Die Freun­de kom­men: Rött­ger, Mat­tern, Leis­ti­kow, Hir­zel, Hill­mann, Lau­ter­bach, spä­ter: Fritz Win­ter und Günther Grzimek und H. U. Ase­mis­sen, Karl-Oskar Bla­se. Das Pro­gramm: Die Aka­de­mie – genannt Werks­aka­de­mie – unter­rich­tet in Male­rei, Gra­fik, Archi­tek­tur, Grünplanung. Die Werk­stät­ten begin­nen ihre Arbeit. Es gibt zwei Mal­klas­sen: Win­ter und Bode. Mei­ne Neben­fä­cher: Raum­ge­stal­tung und Ausstellungsarchitektur.
1948
1954
Ers­te Pro­jekt­plä­ne neben der Gar­ten­schau (Her­mann Mat­tern) für eine inter­na­tio­na­le Kunst­aus­stel­lung in Kassel.
1954
1955
Freun­de kom­men und hel­fen! Die ers­te docu­men­ta kommt, ein „Muse­um für 100 Tage“ in der Rui­ne des Muse­ums Fri­de­ri­cia­num. Her­bert von Butt­lar wird ers­ter Sekre­tär. Erfolg in Kas­sel, in Euro­pa bis nach USA hin!
1955

Bode mit den Fah­nen des docu­men­ta-Kata­lo­ges, 1955

1959
Die zwei­te – Sekre­tär: Rudolf Zwirner.
1959
1964
Die drit­te – Sekre­tär: Karl-Heinz Nowot­ny, danach: Her­bert von Buttlar.
1964
1967
Expo, Ger­man Pavil­lon, Mont­re­al 1967
1967

Expo, Ger­man Pavil­lon, Mont­re­al 1967:
Karl Oskar Bla­se, Arnold Bode, ein Kunst-Stu­dent und Nele Bode

1968
Die vier­te – Sekre­tär: Jürgen Harten.
1968
1972
Die fünfte – Gene­ral­se­kre­tär: Harald Sze­e­mann. Kri­tik und Erfolg wie immer!
1972
1973
Die nächs­te wird vorbereitet!
1973
1975
Die sechs­te – Sekre­tär (künstlerischer Lei­ter): Man­fred Schne­cken­bur­ger. Im Jahr 1977 wird sie kom­men! Der Rat: dies­mal das docu­men­ta Komi­tee ist an der Arbeit! Ich pla­ne mit: Abtei­lung Skulp­tu­ren, Envi­ron­ment und Uto­pi­sches Design und schla­ge vor, die­se Abtei­lung im Okto­gon aus­zu­stel­len – es fehlt an Geld – aber es soll­te kom­men – wie wir hof­fen – aus Stiftungen! 
1975

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Eine Vor­schau:
Was könn­te noch kom­men?
Ich ver­su­che, die „Geschich­te mei­nes Lebens“ zu schrei­ben… mit einem Kapi­tel über unse­re Fami­lie – und einem Kapi­tel, was ich so gemacht habe: wel­che Auf­trä­ge durch­ge­führt – die Göp­pin­g­er Gale­rie in Frank­furt! u.s.w. – ein Kapi­tel, wel­che Aus­zeich­nun­gen und Orden ich bekom­men habe, wel­che Kunst­prei­se – 1975 den Preis in Köln, in der Nach­fol­ge von Sand­berg und Barr – und so geht die Geschich­te wei­ter… wei­ter und wei­ter – hof­fent­lich wird sie mal fer­tig – die „Geschich­te mei­nes Lebens“!

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1976
Was wer­de ich noch arbei­ten? – vor­pla­nen, pla­nen, mit­dis­ku­tie­ren: – die Gar­ten­schau 1981, sie muß kom­men, und die „docu­men­ta urba­na“, die dann kom­men soll­te – schon lan­ge, seit 1962, darüber nach­ge­dacht. Vor­ar­beit und Pla­nung für eine Aus­stel­lung „urba­ne Land­schaft“ für Vene­dig und Mos­kau. Eine Aus­stel­lung mei­ner früheren Schüler in Kas­sel mit mei­ner päd­ago­gi­schen Arbeit.
1976
1977 o. 1978
Das ers­te Mal eine Aus­stel­lung mei­ner Arbei­ten von 1948 bis heu­te! Das alles kann man noch pla­nen und auf­schrei­ben, – das soll­te man auch – ! Auch wenn das Ziel nicht mehr erreicht wird, weil – weil…man, wie? – wie bei ande­ren… man Abschied vom schö­nen Leben guten Leben bösen Leben grau­sa­men Leben neh­men muß!
1977 o. 1978

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Leben kann man blei­ben, noch ein wenig län­ger, wenn
man träumt, hofft, noch arbei­ten kann, noch arbei­ten muß,
viel­leicht weil man 15 Jah­re ver­lo­ren hat – von 1933 bis
1948 –, wie so vie­le in unse­rem Alter, und wenn man
Freun­de hat!

So kommt der Dank:
Dank an Mar­lou, Dank den Kin­dern, den Kin­des­kin­dern!
Dank den Freun­den: Her­bert von Butt­lar, Knud Jen­sen,
Hans Man­gold, Karl-Oskar Bla­se,
Dank an Ela Spornitz.

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Arnold Bode starb am 3. Okto­ber 1977.

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