Trost − Auf den Spuren eines menschlichen Bedürfnisses

Datum

01. Apr. 2023 - 17. Sep. 2023
Laufend...
Museum für Sepulkralkultur

Standort

Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25–27, 34117 Kassel
Webseite
http://www.sepulkralmuseum.de

Öffnungszeiten
: Di. – So. 10 bis 17 Uhr | Mi. 10 – 20 Uhr


Museum für Sepulkralkultur

Standort

Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25–27, 34117 Kassel
Webseite
http://www.sepulkralmuseum.de

Öffnungszeiten
: Di. – So. 10 bis 17 Uhr | Mi. 10 – 20 Uhr


Trost − Auf den Spuren eines menschlichen Bedürfnisses

Eröffnung am 31. März 2023, 18 Uhr

 

Wer von uns weiß nicht von Momen­ten im Leben zu berich­ten, in denen wir getrös­tet wer­den woll­ten? Bereits die über­aus gro­ße Viel­falt all des­sen, was uns Trost zu spen­den ver­mag, weist dar­auf hin, wie indi­vi­du­ell und kul­tu­rell ver­schie­den die­se Quel­len sind.“ 
(Jean-Pierre Wils)

Die aktu­el­le Son­der­aus­stel­lung „Trost – Auf den Spu­ren eines mensch­li­chen Bedürf­nis­ses“ voll­endet die Aus­stel­lungs­tri­lo­gie zum The­men­feld Trau­er und Geden­ken: „Lamen­to – Trau­er und Trä­nen“ (2019); „Memen­to – Im Kraft­feld der Erin­ne­run­gen“ (2020).
Die Aus­stel­lung betrach­tet das Phä­no­men Trost aus ver­schie­de­nen kul­tu­rel­len, reli­giö­sen und künst­le­ri­schen Per­spek­ti­ven und reflek­tiert, wie wir Ver­lust­er­leb­nis­sen und den damit ver­bun­de­nen Schmer­zen begeg­nen können.
Tra­di­tio­nell gel­ten Reli­gio­nen als Fun­dus des Tros­tes. Reli­giö­se Ritua­le und Kon­zep­te geben sowohl Ster­ben­den als auch Hin­ter­blie­be­nen Hoff­nung und Halt. Doch immer such­ten und fan­den Men­schen auch Trost in der Lite­ra­tur, in der Poe­sie der Spra­che, die eine empa­thi­sche trös­ten­de Iden­ti­fi­ka­ti­on und Ver­bun­den­heit anbie­ten kann. Glei­cher­ma­ßen gilt das auch für die Musik, die uns in hei­len­de Reso­nan­zen und ande­re Dimen­sio­nen ver­set­zen kann. Auch die Natur, die Begeg­nung mit Tie­ren oder Erin­ne­rungs­stü­cke kön­nen Weg­be­glei­ter durch ihre Gegen­wart in Zei­ten des Schmer­zes sein. Ein mensch­li­ches Mit­ein­an­der, Trost­ge­sprä­che, Nähe und Gemeinschaft
tra­gen viel­fach dazu bei, dass das Leid gelin­dert wer­den kann.

Über zeit­ge­nös­si­sche künst­le­ri­sche Expo­na­te und kul­tur­his­to­ri­sche Arte­fak­te ermög­licht die Aus­stel­lung den Besucher*innen ästhe­ti­sche und sinn­li­che Erfah­run­gen sowie intel­lek­tu­el­le Zugän­ge, um das The­ma Trost in sei­ner Kom­ple­xi­tät greif­bar zu machen.
Prä­sen­tiert wer­den Gra­fi­ken, Foto­gra­fien, Vide­os, Hör- und Klang-Instal­la­tio­nen sowie skulp­tu­ra­le Inter­ven­tio­nen von: Mulu­ge­ta Ayene (Foto­gra­fie, ETH), Nan­cy Boro­wick (Foto­gra­fie, USA), Nico­la Brand-Dis­tel­hoff (Design, DEU), Bazon Brock (Kunst, DEU), EMPFANGSHALLE – Cor­bi­ni­an Böhm & Micha­el Gru­ber (Foto­gra­fie, DEU), Dirk Franz (Gestal­tung, DEU), Hamish Ful­ton (Foto­gra­fie, GBR), Jia­qi Hou (Illus­tra­ti­on, CHN), Wolf von Kries (Kunst, DEU), Die Grü­ne Manu­fak­tur – Alfons Müh­len­b­rock (Trau­er­flo­ris­tik, DEU), Terhi Nie­mi­nen (Film, FIN), Mads Nis­sen (Foto­gra­fie, DNK), Chris­tia­ne Rath (Kunst, DEU), Kers­tin Röhn (Musik, DEU), Jéré­my Lem­pin (Foto­gra­fie, FRA), Ayene Mulu­ge­ta (Foto­gra­fie, ETH), Gideon Men­del (Foto­gra­fie, ZAF), Jia­qi Hou (Illus­tra­ti­on, CHN), SCHAUM – Alex­an­dra Lotz & Tim Kell­ner (Kunst, DEU), THERE THERE Com­pa­ny (Film, BEL).

In der eigens für die Aus­stel­lung pro­du­zier­ten Rei­he von Inter­views berich­ten Expert*innen aus ver­schie­de­nen Tätig­keits­fel­dern und Kul­tu­ren über ihre kon­kre­ten Erfah­run­gen im Kon­text des Trös­tens: Loui­se Brown (Jour­na­lis­tin und Trau­er­red­ne­rin, Ham­burg), Vivia­ne Clauss (Ster­be­be­glei­te­rin im Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­hos­piz Heil­haus Kas­sel), Jür­gen Dah­l­feld („das Zeit­li­che seg­nen – Bestat­tun­gen“, Kas­sel), Emi­ne Duman (Sozi­al­ar­bei­te­rin und Ster­be­be­glei­te­rin, Kas­sel), Karin Flach­mey­er (Heb­am­me im Heil­haus Kas­sel), Pfar­rer Mar­tin Gies, (Pfar­rei St. Anto­ni­us von Padua, Kas­sel), Johan­na Klug (Autorin und Ster­be­be­glei­te­rin, Ber­lin), Prof. Dr. Rein­hard Lind­ner (Psy­cho­the­ra­peut, Kassel/ Ham­burg), Shaul Nek­rich (Rab­bi­ner, Jüdi­sche Gemein­de Kas­sel), Ste­fa­nie Sil­ber (Doku­men­tar­fo­to­gra­fin, Hamburg).
Nach „Lamen­to“ und „Memen­to“ zeich­net die Künst­le­rin Ella Zieg­ler (Ber­lin) bereits zum drit­ten Mal gemein­sam mit Dr. Dirk Pör­sch­mann für die kura­to­ri­sche Arbeit unter Mit­ar­beit von Dr. Ulri­ke Neu­r­a­th und Muse­ums­päd­ago­ge Gerold Epp­ler verantwortlich.
Dr. Jean-Pierre Wils, Pro­fes­sor für „Kul­tur­theo­lo­gie der Moral im beson­de­ren Hin­blick auf die Reli­gi­on“ an der Fakul­tät für Reli­gi­ons­wis­sen­schaft der Rad­boud Uni­ver­si­tät Nim­we­gen in den Nie­der­lan­den hat nicht nur die gleich­na­mi­ge Publi­ka­ti­on ver­fasst, er hat auch den kura­to­ri­schen Pro­zess der Aus­stel­lung gewinn­brin­gend beglei­tet. (Jean-Pierre Wils. War­um wir Trost brau­chen. Auf den Spu­ren eines mensch­li­chen Bedürf­nis­ses, März 2023, S. Hir­zel Verlag)

© Foto: Mads Nissen

Öff­nungs­zei­ten:
Di – So 10 bis 17 Uhr | Mi 10 – 20 Uhr
Jeden Mitt­woch um 17 Uhr fin­det eine Öffent­li­che Füh­rung statt